Dagmar Scharsich, ehrenamtliche Begleiterin
Wie ich zum Ehrenamt in der Hospizarbeit gekommen bin? Ich habe selber erfahren, wie hilflos ich sein kann. Als mein Vater starb, vor zehn Jahren, hätte ich mir Begleitung und Beratung gewünscht, einen Menschen, der mir zuhört und mir erklärt, was ich tun kann. Dankbar war ich für jedes Gespräch, für jeden, der sich Zeit für mich nahm. Als ich später erfuhr, dass es inzwischen ambulante Hospizdienste gibt, in denen ehrenamtliche Helfer Menschen begleiten, die genau in meiner Situation sind, wollte ich dort mithelfen. Was lag näher, als die Geschenke weiterzugeben, die ich damals bekommen hatte? Genau da ist mein Platz, das wusste ich sofort.
Inzwischen bin ich seit fünf Jahren ehrenamtlich im ambulanten Hospizdienst. Ich habe viele Menschen in ihren letzten Wochen, Tagen oder Stunden begleitet und viele Familien kennengelernt. In meiner Tätigkeit als Bestattungsrednerin habe ich mit Hinterbliebenen zu tun, die mir aus der letzten Zeit ihrer Angehörigen berichten, wie schwer es ist, die Last zu tragen, nicht zusammenzubrechen unter der Schwere des nahen Lebensendes eines geliebten Menschen. Ich sehe, dass es immer wieder Momente gibt, in denen ein einfaches Gespräch, eine Hilfe bei einem Behördengang oder Ablösung am Krankenbett, während betroffene Angehörige selbst zum Arzt hätte gehen können oder zum Friseur, viel Entlastung gebracht hätte. Auch eine gemeinsam verbrachte Stunde mit dem Sterbenden wäre gut gewesen.
Ich bin gerne in meinem Ehrenamt. Menschen in ihrer letzten Lebenszeit zu begleiten - hier gebe ich nicht nur, ich bekomme auch sehr viel: Dankbarkeit, Lebensweisheit, erfüllte Stunden und viele Erlebnisse, die mir zu Herzen gehen. Und es ist gar nicht so aufwendig: eine Stunde in der Woche oder auch mal zwei, die habe ich wirklich zu verschenken. Ich muss auch keine Psychologin sein, ich bin einfach da, so, wie ich bin. Der Kontakt zu den Familien ist immer wieder neu, mal intensiver, mal weniger eng. Manchmal lese ich vor, wir gehen spazieren oder reden miteinander. Es sind schöne Gespräche, manchmal auch schwere.
Der Vorbereitungskurs für das Ehrenamt hat mich gut darauf vorbereitet. Andere Ehrenamtliche haben mit mir gemeinsam die Ausbildung besucht. Sie sind meine Gruppe, hier kann ich alles besprechen, loswerden, erzählen, was ich nicht alleine tragen kann. Gemeinsam haben wir uns auch mit dem Thema der Endlichkeit unseres eigenen Lebens beschäftigt, haben unseren Blick auf unser Leben geweitet. Der Kurs hat mir etwas ganz Wichtiges gezeigt: Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.
Sie haben weitere Fragen zum Ehrenamt? In der Kategorie Fragen und Antworten haben wir weitere Informationen für Sie zusammengestellt.
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Sie haben Interesse an diesem besonderen Ehrenamt? In den kommenden Monaten wird voraussichtlich kein neuer Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Lebens- und SterbebegleiterInnen starten. Wir freuen uns jedoch immer über engagierte Menschen, die ihren Beitrag zur Förderung des Hospizgedankens leisten möchten. Denn es gibt vielfältige Möglichkeiten, den Verein und seine Arbeit zu unterstützen. Gerne informieren wir Sie in einem unverbindlichen Gespräch. Wir freuen uns sehr über Ihre Nachricht! | ||




