Sterbende begleiten lernen - Vorbereitung nach dem Celler Modell
Der Vorbereitungskurs für die ehrenamtliche Sterbebegleitung ist grundlegende Voraussetzung für die Arbeit der Ehrenamtlichen. Er konzentriert sich auf die Auseinandersetzung mit den inhaltlichen Fragen, die mit der Begleitung Sterbender verbunden sind. Er bereitet auf den Kontakt mit dem kranken oder sterbenden Menschen vor, er thematisiert Fragen und Phänomene am Ende des Lebens.
Das entscheidende Lernen findet in der Gruppe und durch die Gruppe statt, die Teilnehmer lernen an sich selbst. Ein Leitungsteam aus zwei Kursleiterinnen begleitet den Lern- und Entwicklungsprozess der Gruppe und der einzelnen Teilnehmer.
Der Kurs erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. 8 Monaten. Er umfasst:
- einen Grundkurs (9 Einheiten zu je 3 Stunden, d.h. 6 Abende zu je 3 Stunden, ein Wochenendtermin mit 9 Stunden)
- eine Praktikumsphase (ca. 4 Monate)
- einen Vertiefungskurs (9 Einheiten zu je 3 Stunden, wie oben)
Die Inhalte des Grundkurses zielen auf die Handlungsebene der Begleitung. Es geht darum, die eigene Wahrnehmungsfähigkeit zu stärken, den angemessenen Umgang damit zu erlernen und zu üben.
Das Praktikum verschafft den Teilnehmern erste Erfahrungen in der konkreten Situation der Begleitung. Es ist wie eine Übungsphase zu verstehen, in der noch keine Sterbebegleitung stattfindet, sondern der Kontakt mit Menschen im Sinne eines „Besuchsdienstes“ zustandekommt und in seinen verschiedenen Qualitäten geübt werden kann. Fallbezogene Praxisbegleitung und thematische Fortbildungen sind weitere Bestandteile des Praktikums.
Der Vertiefungskurs ist auf eine vertiefende Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung gegenüber Tod und Sterben ausgerichtet. Er thematisiert die inneren Voraussetzungen, die uns im Umgang miteinander, aber auch im Umgang mit den Herausforderungen des Lebens und des Sterbens prägen.




